Mich hat mal wieder das „Schlossfieber“ 😄 gepackt und ich habe, während eines Besuchs bei meinen Eltern in Rastatt, die Gelegenheit ergriffen, eine weitere Residenz in Rastatts Nachbarschaft zu besichtigen. 👸
Das Mannheimer Schloss zählt, mit einer Schaufassade von 440 m Länge, zu den größten Barockschlössern Europas. 1720 begann der Bau des Schlosses als Kurfürst Carl Philipp die Residenz der Kurfürsten von der Pfalz von Heidelberg nach Mannheim verlegte. Doch bereits vorher soll dort im frühen 17. Jh. eine Festung, die „Friedrichsburg“, gestanden haben. Diese wurde jedoch während des Pfälzischen Erbfolgekriegs zerstört. 1731 waren schon die ersten Räumlichkeiten im Mittelbau bezugsfertig.


Der Nachfolger von Carl Philipp, Kurfürst Carl Theodor, vollendete 1760 die Barockresidenz. Der kunstinteressierte Kurfürst behielt die Fassade des Schlosses zwar im barocken Stil, orientierte sich bei der Gestaltung der Räume jedoch auch am Rokoko und dem beginnenden Klassizismus. Außerdem war er ein großer Förderer von Musik, Theater und Wissenschaft, wodurch Mannheim zum viel gerühmten europäischen Musenhof aufgestiegen ist. Zu seinen berühmtesten Gästen zählte bspw. auch Wolfgang Amadeus Mozart 😯 und das Mannheimer Hoforchester galt damals als beste Kapelle Europas.



Von 1806 bis 1811 diente Schloss Mannheim dem Erbprinz Karl von Baden und seiner Gemahlin Stéphanie de Beauharnais, eine Adoptivtochter Napoleon Bonapartes, als Wohnsitz. Auch nach dem Tod Karls verblieb Stéphanie in Mannheim und der Witwensitz erblühte unter den musikalischen und künstlerischen Vergnügungen.
Während der Führung bestiegen wir zunächst die Treppen zu den Gemächern in der Beletage.



Die Räume liegen alle in einer Achse, über die gesamte Länge der Beletage. Durch verschiedene Vorzimmer gelangten wir zum Thronsaal.






Weiter ging es durch den Speisesaal zum Trabantensaal, der heute den „Erlebnisraum Hofmusik“ beherbergt. Hier wird die glanzvolle musikalische Geschichte der Mannheimer Hofkapelle präsentiert, mit Instrumenten, Audiostationen und Filmen.


Das Mannheimer Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg zu 85 % zerstört. 😢 Auch der prunkvolle Rittersaal, in dem damals die Versammlungen der Ritter des pfälzischen Hubertusordens abgehalten wurden und in dem fürstliche Empfänge, höfischen Feste und Konzerte stattfanden, war nur noch Schutt und Asche. Erst nach 1947 wurde er rekonstruiert und 1956, mithilfe von historischen Fotografien, konnte das einstige Deckengemälde von Cosmas Damian Asam auch wieder hergestellt werden. 🙌



Der letzte Raum, den wir besichtigt haben, war die ehemalige Bibliothek der Kurfürstin Elisabeth Auguste von der Pfalz. Da das kleine Kabinett im Rokoko-Stil den Krieg fast komplett unbeschadet „überlebt“ hatte, ist es in beinahe ursprünglichem Zustand erhalten geblieben und deshalb auch nur von außen zu bestaunen.

Mein Fazit
Nachdem ich so oft mit dem ICE am Schloss vorbei gefahren bin, jedes Mal auf meinen Fahrten von Köln nach Karlsruhe oder umgekehrt… und das war bestimmt schon tausend Mal… 😅, habe ich es nun hineingeschafft. 🥳 Das Barockschloss ist wirklich einen Besuch wert, vor allem, nachdem ich die Bilder des zerstörten Gebäudes gesehen habe, war ich noch beeindruckter davon, wie aufwendig und detailgetreu das Schloss nach dem Krieg rekonstruiert worden ist.
Warst Du schon in Mannheim? Wie hat Dir das Schloss gefallen? Oder hats Du gar dort studiert? Lass es mich gerne wissen.
Deine Alexandra 😊
Informationen zur Führung:
- Webseite Schloss Mannheim
- Wann: nur am Wochenende oder an Feiertagen möglich, da das Schloss Teil der Universität Mannheim ist
- Eintritt: 13 € für Erwachsene; keine Voranmeldung nötig
Informiere Dich vorab am besten nochmal auf der Webseite oder direkt telefonisch bevor Du hingehst, falls sich etwas geändert haben sollte.
Hier geht’s zu meinen anderen Schlossbesichtigungen: 👸

