Tagebau Hambach

Dieses Wochenende waren meine Eltern zu Besuch. ☺️ Und mein Vater hatte sich schon länger gewünscht, einmal den Tagebau in Hambach zu besichtigen, und da das Wetter auch herrlich sonnig 🌞 war, nutzten wir die Gelegenheit und besuchten, das nur eine kurze Autofahrt entfernte Forum :terra nova in Elsdorf . 🚘 Dort gibt es tolle Aussichtsplattform, von der man direkt in die riesige und beeindruckende Grube blicken kann. 😯

Der Tagebau Hambach ist die größte Braunkohlengrube in Europa und mit einer Tiefe von rund 400 Metern die tiefste künstliche Senke in Nordrhein-Westfalen. Das kann man sich gar nicht richtig vorstellen, wenn man es nicht mit eigenen Augen sieht, aber die Fläche auf der „gearbeitet“ wird, beträgt 4.380 Hektar. 😱 Es sieht wirklich so aus, als das ein anderer Planet wäre.

Direkt nebenan steht die Sophienhöhe. Das ist ein riesiger, bewaldeter Berg, der komplett aus dem Abraum (der Erde über der Kohle) aufgeschüttet wurde. Er überragt die platte Landschaft um 200 Meter und ist heute ein beliebtes Wanderparadies.

Die Giganten aus Stahl: Hier arbeiten die größten Bagger der Welt. Sie sind bis zu 240 Meter lang und 96 Meter hoch – so riesig, dass sie selbst aus der Ferne wie Monster-Maschinen wirken.

Danach machten wir noch einen kurzen Abstecher nach Manheim-Alt, die „Geisterstadt“. 👻 Seit Ende der 1970er war bekannt, dass Manheim dem Braunkohletagebau Hambach weichen sollte. Die offizielle Umsiedlung begann im Jahr 2012. Die meisten Bewohner zog es in den neu gebauten Ortsteil Manheim-Neu bei Kerpen-Blatzheim. Bis zum ursprünglichen Zieljahr 2022 war das alte Dorf fast komplett leergezogen. Die katholische Pfarrkirche St. Albanus und Leonhardus, das Herzstück des Ortes, wurde am 18. Mai 2019 in einem hochemotionalen Gottesdienst offiziell entweiht (profaniert).

Wo früher etwa 1.700 Einwohner*innen die Straßen Manheims mit Leben füllten, sind heute noch etwa 20 Menschen übrig geblieben, meistens Bewohner*innen, die ihre Häuser nicht verlassen wollen oder Mietverhältnisse in den verbliebenen RWE-Häusern haben.

Die Zukunft des Tagebaus Hambach

Spätestens 2030 ist hier Schluss mit der Kohleförderung. Danach wird die riesige Grube über Jahrzehnte hinweg mit Rheinwasser gefüllt. Es entsteht der Hambacher See – ein gigantischer Restsee, der flächenmäßig der zweitgrößte See Deutschlands (nach dem Bodensee) werden soll! Bis man darin richtig baden kann, wird es zwar bis ca. 2040 oder länger dauern, aber der Wandel von der Mondlandschaft zum Urlaubsgebiet hat bereits begonnen. Durch den vorgezogenen Kohleausstieg wird Manheim-Alt nun doch nicht, wie ursprünglich geplant, komplett abgebaggert, sondern bleibt als historische „Insel“ am zukünftigen Hambacher See erhalten.

Der Ausblick von der Plattform und der Besuch im Dorf sind überaus informativ und beeindruckend! Obwohl mir die Umwelt und das Klima sehr wichtig sind und ich keine Freundin von umweltschädigenden Branchen bin, fand ich es interessant zu sehen, welche Bestrebungen es gibt, das gigantische Loch des Tagebaus wieder zu rekultivieren und wie Orte wie Manheim-Alt nun doch als grüne Inseln am zukünftigen See erhalten bleiben. Ich hoffe sehr, dass der Wandel hin zu einer klimafreundlicheren Zukunft hier stetig und konsequent weitergeführt wird.

Warst Du schon mal an der Aussichtsplattform des Tagebaus oder hast eine der verlassenen Ortschaften besucht? Wie hat es Dir gefallen? Lass es mich gerne wissen.

Deine Alexandra 😊

Mein Reiseblog verwendet Cookies, um Dir das bestmögliche Nutzererlebnis zu bieten. Mit Deiner Einwilligung erklärst Du Dich damit einverstanden.

Datenschutz