Heute habe ich mit meinem Freund eine richtig tolle und interessante Führung durch Ehrenfeld gemacht, bei der wir die „Straßenkunst“ des Veedels kennenlernen und bewundern durften. 🤓
Ich lebe ja bereits seit über zehn Jahren (mit einer klitzekleinen Unterbrechung 😆) in Ehrenfeld und viele der Graffitis sind mir schon seit Langem bekannt, aber heute habe ich noch einige Perlen entdeckt, an denen ich tagtäglich vorbeigelaufen bin, aber die ich nie wahrgenommen habe – shame on me! 🙈
Unser erster Stopp war eine Künstlerwand in der Körnerstraße. Hier zeigen kleine Kunstwerke die verschiedenen Techniken, das „klassische“ Graffiti, Stencil (Schablonengraffiti), Paste-ups (Gedruckte oder gezeichnete Motive werden mit Kleister an Wände geklebt), Sticker oder auch Origami. Einige der Motive sind gesellschaftskritisch oder/und üben Kritik an der Politik.
Diese Wand habe ich sogar gesehen, wenn ich in der Körnerstraße unterwegs war, aber dachte immer, „Oh man, ist diese Wand vermüllt.“ 😐 Ich bin echt ein Kunstbanause… „Ist das Kunst oder kann das weg?“ 😆



Weiter ging es die Körnerstraße entlang Richtung Bunker K101.






Der Bunker K101 in Köln-Ehrenfeld (offiziell: Hochbunker Körnerstraße 101) ist ein ehemaliger Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der heute als Kunst- und Erinnerungsort genutzt wird. Der Bunker wurde während des Zweiten Weltkriegs in Ehrenfeld errichtet, um der Zivilbevölkerung Schutz vor Luftangriffen zu bieten. Nach dem Krieg diente er zeitweise als Notunterkunft und Lager, bevor er im Laufe der Zeit auch in der lokalen Kunstszene eine Rolle spielte. Heute wird der Bunker als Kulturort „bunker_k101“ betrieben, an dem Erinnerungskultur und zeitgenössische Kunst zusammenfinden. Ein Verein kümmert sich um die Erhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes und organisiert dort Wechselausstellungen, Performances und Veranstaltungen – viele davon kostenlos und öffentlich zugänglich.
Neben dem Bunker stand bis 1938 die Synagoge Ehrenfeld. 1927 wurde dort eine jüdische Synagoge eingeweiht, die auch eine angeschlossene Religionsschule hatte. Architekt war der bekannte Kölner Robert Stern. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 – im Rahmen der Novemberpogrome – wurde die Synagoge bis auf die Außenmauern zerstört. 😢 Heute erinnert eine Gedenktafel an diese damalige Grausamkeit sowie ein Wandgemälde im hinteren Innenhof: an einer blauen Wand sieht man mehrere Sterne und in der Mitte den Davidsterne.



Einer der berühmtesten Street-Art-Künstler in Köln ist gar kein Einzelkünstler, sondern ein Street‑Art‑Künstlerkollektiv – Captian Borderline. Die Gruppe ist seit 1999 aktiv und besteht aus mehreren Mitgliedern, die mit Murals (großen Wandgemälden), Paste‑Ups, Stickern und Installationen arbeiten, oft mit sozialkritischen und politischen Aussagen.

Ihre bekanntesten Werke sind am Bahnhof Ehrenfeld zu finden.
1) Der mächtige amerikanische Adler überwacht eine Herde ahnungsloser Schafe: Das 2013 entstandene Mural trägt den Titel „Surveillance of the Fittest“ und nimmt den NSA-Spionage-Skandal kritisch unter die Lupe. Mit seiner symbolträchtigen Darstellung hinterfragt das Werk die Überwachungsgesellschaft und den Verlust von Privatsphäre in Zeiten massiver digitaler Kontrolle.
2) Während der NS-Zeit wurden Mitglieder der Kölner Edelweiß-Piraten in der Nähe des heutigen Ehrenfelder Bahnhofs hingerichtet. Captain Borderline hat ihnen ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt. In der Straßenunterführung prangen die Namen der Opfer zwischen filigranen Edelweißblüten, daneben thront ein Schiff, auf dem die Edelweiß-Piraten über den Köpfen der Faschisten stehen – ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Street Art Geschichte lebendig hält.





Weitere beeindruckende Kunstwerke am Bahnhof sind u. a. „I Miss My Plattenbau“ des Berliner Street-Art-Künstlers El Bocho oder „Der alte Mann“ von der Kölner Künstlerin Layla Xing und dem Kölner Street-Art-Künstler Huami.




Mein Fazit
Die Führung war richtig klasse! 😍 Man sieht Ehrenfeld nochmal mit ganz anderen Augen und seitdem gehe ich auch bewusster und aufmerksamer durch mein Veedel, denn an jeder Ecke kann ein neues Kunstwerk über Nacht entstanden sein. Dass die Tour so toll war, war auch unserer Guide zu verdanken, eine waschechte Ehrenfelderin, die uns ihre Heimat mit viel Herz, Humor und Leidenschaft aus einem anderen Blickwinkel gezeigt hat. 🧡
Die Führung hatte ich über GetYourGuide gebucht, jedoch findet man sie auch direkt beim Anbieter, Echt Köln. Ich habe natürlich schon auf ihrer Seite nach anderen interessanten Führungen geguckt und denke, ich werde demnächst mal wieder eine in Angriff nehmen. 😁 Ich werde natürlich berichten. 😎
Kommst Du aus Ehrenfeld? Hast Du Dir die Ehrenfelder Kunstwerke schon mal angeschaut oder Dich irgendwo gar selbst verewigt? Lass es mich gerne wissen.
Deine Alexandra 😊

