Und ca. 6 Wochen später ging es weiter mit Etappe 2. Aber auch dieses Mal waren uns die 18 km am Stück zu lang 😅 und wir haben diese, wie auch im Buch „Kölnpfad – Der Kölner Rundweg“ empfohlen, aufgeteilt:
Etappe 2.1 am 21.06.2025: 12 km, Klettenberg – RheinEnergieStadion
Etappe 2.2 am 03.08.2025: 6 km, RheinEnergieStadion – Bocklemünd
Etappe 2.1
Los ging es an der KVB-Haltstelle „Klettenbergpark“, durch den Klettenberg- sowie den Beethovenpark und weiter Richtung Decksteiner Weiher. Der Decksteiner Weiher im Äußeren Grüngürtel ist mit rund 25 Hektar Wasserfläche der größte Parkweiher Kölns.





Wir überquerten danach die viel befahrene Militärringstraße und passierten das preußische Fort VI, auch Decksteiner Fort genannt. Im 19. Jhd. war Köln die bedeutendste preußische Festungsstadt und besaß einen inneren und einen äußeren Befestigungsring, der aus insgesamt 12 Forts bestand. Das zwischen 1873 und 1876 erbaute Fort VI war eines davon. Nach dem Ersten Weltkrieg mussten laut Versailler Vertrag fast alle Festungen abgerissen („geschleift“) werden. Der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer setzte jedoch durch, dass Teile erhalten blieben. So wurde aus dem tristen Militärgelände der heutige Äußere Grüngürtel. 🤓




Nächster Stopp auf unserer Wanderung war der Adenauer Weiher. Dieser ist sozusagen der sportliche „kleine Bruder“ des Decksteiner Weihers und liegt direkt im Kölner Stadtwald, in unmittelbarer Nähe zum RheinEnergieStadion. Er wurde zwischen 1919 und 1923 im Zuge der Grüngürtel-Erweiterung unter dem damaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer angelegt. Am Ufer des Adenauer Weihers steht der „Club Astoria“. Das einstige Clubhaus mit Hotelzimmern wurde 1948 von belgischen Streitkräften erbaut und bis 2003 als Restauration für gehobene militärische Ränge genutzt. Erst nach dem Umbau im Jahr 2007 ist es allen Kölnern öffentlich zugänglich.






Hinter dem Clubhaus am Horizont ragen die Türme mit den geschwungenen Stahlseilen des RheinEnergieStadions empor. Ursprünglich stand hier das Müngersdorfer Stadion, das 1923 eröffnet wurde. Der jetzige Neubau wurde zwischen 2002 und 2004 gebaut und kann bis zu 50.000 Besucher*innen beherbergen. 😯 Die vier leuchtenden Stahltürme (Pylone) an den Ecken sind das Markenzeichen des Stadions. Sie sind 72 Meter hoch und halten das Dach über eine filigrane Seilkonstruktion, die an eine Hängebrücke erinnert.




Und damit konnten wir einen Haken hinter Etappe 2.1 setzen. 💪 Erst Anfang August fanden wir wieder ein Wochenende, um uns Etappe 2.2 zu widmen… 🙃
Etappe 2.2
Die Etappe starteten wir erneut am RheinEnergieStadion und unser Weg führte uns durch Müngersdorf zum einstigen Fort V, das 1962 endgültig beseitigt wurde. Doch noch geschichtsträchtiger und leider eine weniger ruhmreiche Erinnerung bietet der Gedenkort des Deportationslagers Köln-Müngersdorf, das sich während des Zweiten Weltkriegs in der Nähe des Forts befand.



Das Lager war für viele jüdische Kölner die „Endstation“, bevor sie in die Vernichtungslager nach Osteuropa deportiert wurden. Man schätzt, dass hier zwischen 2.500 und 5.000 Menschen unter grausamen hygienischen Bedingungen interniert waren. Viele starben bereits im Lager an Entkräftung, Krankheit oder wählten den Freitod.
Seit dem Frühjahr 2020 ermahnt eine 19 Meter lange und 4 Meter hohe Skulptur aus rostrotem Cortenstahl an diese schreckliche Zeit. Die Skulptur des Künstlers Simon Ungers erinnert in ihrer Farbe und Form sowohl an die Barackenwände als auch an Eisenbahnschienen – das Symbol für die Deportationszüge. Außerdem verbindet ein 280 Meter langer Weg aus roten Ziegeln das Mahnmal mit dem Standort des früheren Barackenlagers.
Wir überqueren die Eisenbahnbrücke über die Gleise nach Antwerpen, erspähen in der Ferne den Colonius und erreichen das „Haus Belvedere“ (= „Schöne Aussicht“). Das im klassizistischen Landhausstilerbaute Gebäude wurde 1839 eröffnet und gilt als das älteste in seiner Originalgestalt erhaltene Bahnhofsgebäude Deutschlands.



Danach wanderten wir querfeldein (im wahrsten Sinne des Wortes 😄) bis nach Bocklemünd, und beendeten damit die 2. Etappe des Kölnpfads. 😎
P. S.: Mitten im Feld haben wir eine richtig tolle Aussichtsplattform entdeckt – nicht. 😅😂 Keine Ahnung, wer die Idee hatte, diese dahinzustellen, denn sie ist absolut nutzlos. 😆












Deine Alexandra 😊
Hier geht’s zu den anderen Etappen des Kölnpfads: 👟👟
- Kölnpfad – Etappe 1
- Kölnpfad – Etappe 3
- Kölnpfad – Etappe 4
- Kölnpfad – Etappe 5
- Kölnpfad – Etappe 6
- Kölnpfad – Etappe 7
- Kölnpfad – Etappe 8
- Kölnpfad – Etappe 9
- Kölnpfad – Etappe 10
- Kölnpfad – Etappe 11

